Erster Oberfränkischer Lernwerkstättentag

Am 18.10.2018 fand der erste Oberfränkische Lernwerkstättentag an der Grundschule Krötenbruck in Hof statt.

Die Veranstaltung stieß mit über 250 Besuchern aus den oberfränkischen Seminaren für Grund- und Mittelschullehramt und Lehrkräften aus der Region auf großes Interesse.


Alexander Wunsch, Regierungsschuldirektor an der Regierung von Oberfranken, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Notwendigkeit an Schulen gute Lernvoraussetzungen zu schaffen.

Garanten hierfür seien u.a. Lernwerkstätten, die handlungsorientiert angelegt sind und individuelle Lernprozesse ermöglichen.

Lernwerkstattarbeit brauche Vernetzung und Plattformen, dieser Fortbildungstag biete neben der Möglichkeit sich zu informieren und weiterzubilden genau das.
Herr Wunsch bedankte sich bei den anwesenden oberfränkischen Lernwerkstattberatern, weiterhin bei Herrn Rainer Rupprecht (Berater der Hermann Gutmann Stiftung) und der Schulleitung sowie dem Kollegium der Krötenbrucker Schule welche die Veranstaltung möglich machten.

Danach begrüßte Ulrich Lang, Schulrat des Staatlichen Schulamtes in Landkreis und in der Stadt Hof, die anwesenden Gäste und hob die Arbeit der Krötenbrucker Schule hervor die sich bereits seit über 20 Jahren der Lernwerkstattidee verschrieben hat.

Anschließend übergab er das Wort der Schulleiterin Liane Hagmann.
Sie zeigte sich über die zahlreich erschienenen Lehramtsanwärter/-Innen und Lehrer/-Innen sehr erfreut und betonte bei ihren Ausführungen, dass das Engagement für Lernwerkstätten in erster Linie den Kindern gelte.

Nach der offiziellen Begrüßung folgte ein Impulsreferat durch Rainer Rupprecht. Der ehemaliger Seminarleiter der Förderlehrer in Mittelfranken und heute Berater der Hermann Gutman Stiftung gab einen Einblick in die Lernwerkstattentwicklung in Bayern.
An vielen Beispielen wurde aufgezeigt, welchen Stellenwert in der Zwischenzeit Stiftungen einnehmen, wenn es um Bildungsreformen und Innovationen geht:
Stiftungen sind Helfer in der Not, da der Staat nicht alles sofort finanzieren kann!“.
Alleine die Hermann Gutmann Stiftung hat in den vergangen 20 Jahren über 9 Millionen Euro in Bildung investiert – auch in den Aufbau- und Ausbau von Lernwerkstätten und Ausbildung von Lernwerkstattberatern.
Mutige Veränderungen setzten Offenheit für Neues voraus, was aber nur Miteinander gelingen könne.
Die gesicherten Erkenntnisse aus der Hirnforschung machten ein Umdenken in unseren Schulen zwingend notwendig:
Langfristige Lernerfolge gäbe es nur dann, wenn eine aktive und selbsttätige Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand stattfinden konnte; Genau das sei die Idee und das Ziel des Lernwerkstattgedankens !
Zudem sei die Effizienz des Lernens nach der Lernwerkstattidee wissenschaftlich nachgewiesen und üb
erprüfbar.
Lernwerkstattarbeit ist daher heute mehr als eine bloße Ergänzung zum Unterricht, sie müsse vielmehr die Grundlage einer neuen Lernkultur sein.
 

Nach den eindrucksvollen Ausführungen des Gastredners hatten die Teilnehmer die Möglichkeit sich untereinander austauschen und in den Workshops wertvolle Anregungen zu holen.
 Das Angebot setzte sich aus den folgenden Themenbereichen zusammen:

- Werdegang der Krötenbrucker Lernlandschaft mit Führung durch das Schulhaus (Liane Hagmann)
- Brücken bauen – Ein Angebot ab der 3. Jahrgangsstufe (Dr. Edith Kleber und Petra Vogt)
- Handlungsorientierte Materialien für mathematisches Lernen in der Mittelschule (Dr. Matthias Huber)
- Lust statt Frust in Mathe – Lernwerkstattarbeit an der Mittelschule als Denkschulung (Heike Pürner)
- Körperwerkstatt – Geometrische Körper erfahrbar machen (Jörg Müller)
- Alles nur Zufall ? Ist das möglich – Kennenlernen verschiedener Zufallsexperimente (Karin Hader)
- Ebene und räumliche Geometrie (Bernd Jungkunz)
- Aufbau einer HSU – Lernwerkstatt (Stefan Kern)
-
Power-Point-Präsentation "Lernwerkstätten in Oberfranken"  (Peter Dorsch)

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt:
Mitglieder des Fördervereins organisierten Gebäck und Getränke, welche dankenswerterweise von der Hermann-Gutmann Stiftung finanziert wurden.

Führungen durch das Schulhaus zeigten den Besuchern, dass das gesamte Haus mit seinen Räumen eine einzige und große Lernwerkstatt darstellt. („Lernland“)
Dies war auch der Grund, weshalb der erste Oberfränkische Lernwerkstättentag an der Grundschule in Krötenbruck geplant und durchgeführt wurde.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass diese Veranstaltung ein Erfolg war und Grundlage für die Weiterarbeit im Bezug der Schulentwicklung ist. 

 

Bilder:

                                                                                                                    Bilder und Bericht: Peter Dorsch


 

 

 

Hier geht es zum Oberfränkischen Schulanzeiger September 2018